Hilfe > Angst
In unserer Zeit gibt es eine immer größer werdende Gruppe von Menschen, die aus den verschiedensten Gründen, unter starken Ängsten leiden. Angst gehört zu unserer „Grundausstattung“ an Gefühlen. Ihr Zweck ist es uns in einen Alarmzustand zu versetzen, sie macht uns wachsam und aufmerksam und ist somit durchaus Hilfreich.
Völlige Angstfreiheit ist also keineswegs ersterbenswert! Wir würden dann „naiv“ durch die Welt gehen und evtl. auftretenden Gefahren nicht mehr die notwendige Aufmerksamkeit schenken. Übersteigerte Angst hingegen kann Menschen krank machen, von der eingeschränkten Lebensqualität einmal abgesehen, können körperliche Symptome wie Herzrasen, Schwindel, Schweißausbrüche, Zittern, Atemnot und Durchfall hinzukommen.
Normalerweise verfügt jeder Mensch über die Bereitschaft, Angst zu erleben. Ob und wann diese Bereitschaft zu richtiger Angst wird, ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche Menschen verkraften auch Extremsituationen (wie lebensgefährliche Unfälle, Entführungen, Vergewaltigungen, Misshandlungen), ohne bleibenden Schaden zu nehmen oder nachher unter vermehrter Angst zu leiden. Andere wiederum trauen sich nicht mehr unter Menschen oder bekommen Panik, wenn Sie an diese Situation erinnert werden. Ärzte sprechen in solchen Fällen von posttraumatischen Belastungsstörungen.
Sehen wir aber einmal von diesen Fällen ab, bei denen der Grund für die Angst ja sehr klar und konkret begründet ist, gibt es viele Menschen die Angst haben ohne ein solches Erlebnis gehabt zu haben. Bei Menschen mit hoher Angstbereitschaft tendieren Ängste dazu, sich zu verstärken. Diese Menschen suchen regelrecht nach der Bestätigung ihrer Sorgen und sehr schnell setzen sich diese katastrophisierenden Vorstellungen fest. Es ist schwierig diesen „Angstkreis“ wieder zu durchbrechen, denn Ängste haben ihr eigenes (emotionales) Gedächtnis und dieses lässt sich nicht so einfach durch ein paar kluge Worte löschen. Hilfreicher sind neue (korrigierende) Erfahrungen, die zeigen dass die erwartete Katastrophe nicht eingetreten ist. Leider führt die Vermeidung von Angstsituationen dazu, dass solche Erfahrungen fast unmöglich werden und damit auch das gute Gefühl, die eigene Angst bewältigt zu haben. Wer lange Zeit unter starker Angst leidet, wird meist immer unzufriedener mit sich selbst und fühlt sich möglicherweise sogar als „Versager“. Oft stellt sich deshalb zusätzlich eine Depression ein, wir raten Ihnen sich Hilfe zu suchen. Es nützt Ihnen nichts wenn Sie sich von Angehörigen oder Bekannten alles abnehmen lassen. Diese Abhängigkeit fördert nur weiter Ihre Hilflosigkeit. Nehmen Sie die Hilfe eines Arztes in Anspruch, vielleicht kann Ihnen Ihr Hausarzt helfen, vielleicht müssen Sie aber statt dessen einen Psychotherapeuten kontaktieren.
Für Angst muss sich kein Mensch schämen oder rechtfertigen!
Wichtig ist, dass Sie lernen Schritt für Schritt Selbstvertrauen aufzubauen und sich von Ihren Fähigkeiten wieder zu überzeugen.
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